Clipmarkierung und Stanzbiopsie
Ich muss wieder ins Klinikum. Diesmal werden das Mammakarzinom und einer der befallenen Lymphknoten mit einem kleinen Clip aus Metall markiert, Gewebeproben durch eine Stanzbiopsie aus jenem Lymphknoten entnommen und die Weiterentwicklung, das heisst die Größe meines Tumors nochmal per Ultraschall kontrolliert.
Da es sich bei solch einem Lymphknoten um gut durchblutetes Gewebe handelt, das durch seine Kugelform wie „Billardkugeln“ reagiere, braucht es zur Durchführung mehrere Fachleute. Zwei sympathische junge Ärzte und eine Assistentin nehmen sich der Sache an.
Zuerst wird der Tumor in meiner Brust mittels Ultraschall lokalisiert und ausgemessen: keine Veränderung! Ich bekomme eine Lokalanästhesie an der Brust, dann wird mit einer stärkeren Hohlnadel der Tumor angestochen und die Position per Ultraschall kontrolliert. Die Clipmarkierung, eine kleine metallene Spirale, wird daraufhin mit einem Schnalzen hineingedrückt. Es zieht, es brennt ein wenig.
Stanzbiopsie des Lymphknoten
Nun wird es komplizierter. Meine Position auf der Liege wird einige Male verändert, Arm unten, Arm nach oben, seitlich… bis der passende Lymphknoten in meiner rechten Achsel gefunden ist. Denn es sollten möglichst keine Nervenbahnen oder größeren Blutgefäße durch die Punktierungen verletzt werden, doch dort in der Achsel verlaufen derer viele. Wieder erhalte ich eine Lokalanästhesie. Auf der einen Seite das Ultraschallgerät, halten zwei weitere Hände den Lymphknoten in Position, während eine weitere mit der Pistole für die Stanzbiopsie präzise in seine Mitte zielt.
Es knallt… die Pistole wird entleert und umgesetzt. Zwei weitere Stanzbiopsien folgen. In einem kleinen Röhrchen schwimmen drei dünne Gewebewürmer. Das war schon ein bisschen unangenehm und schmerzhaft! Dann folgt noch die Punktierung für die Clipmarkierung des Lymphknotens. Insgesamt fast eine Stunde.
Falls nun die kommende Chemo- und Immuntherapie erfolgreich sein sollte, und alle Tumorzellen zerstört wären, könnte der „Tumorboden“ durch die Clipmarkierung in der Brust ganz leicht wiedergefunden werden, sowie die einst befallenen Lymphknoten, und operativ entfernt werden.
Tage später erfahre ich, dass die Stanzbiopsie ergeben habe, dass sich in jenem Lymphknoten nicht nur Tumorzellen befinden, sondern sich dort bereits eine Metastase mit 8 Millimeter Durchmesser entwickelt hat…
Ich und das schlimme Wort mit K
12.
