Implantation des Port

Implantation des Port

Die Chemo muss direkt in die Blutbahn. Das könnte durch eine Infusion über die Armvenen geschehen. Doch das ständige erneute Anstechen kann leicht zu Entzündungen und zur Beschädigung der empfindlichen Blutgefäße führen. Deshalb wird die Implantation eines Port-Systems unter der Haut empfohlen. Dabei wird ein dauerhafter Zugang zu einem größeren Blutgefäß unter dem Schlüsselbein geschaffen.

Zum Termin um 11 Uhr 30 muss ich nüchtern kommen. In der ambulanten Chirurgie werde ich angewiesen mich erst einmal meiner Kleidung zu entledigen und eines dieser OP-Hemden, das hinten offen ist, anzulegen, sowie Einwegsocken. Mir soll Blut abgenommen werden, und die Krankenpflegerin braucht zwei schmerzhafte Anläufe um eine Ader zu finden. Ich denke mir, ist schon sinnvoll, das mit dem Port! Dann erhalte ich prophylaktisch noch eine Infusion mit einem Antibiotikum.

Kurz vor 13 Uhr werde ich in den Operationssaal geführt, ein Ambiente wie in so Krankenhausserien. Ich setze mich auf den Operationstisch. Der Anästhesist stellt mir ein paar Fragen, dann: Klettern Sie? Ich bin irritiert. Früher ja… Sieht man mir das etwa an??? Äh, nein, aber er sei der Sohn eines früheren Kletterkameraden von mir und kann sich noch gut an mich erinnern. Das erinnert mich an schöne und aufregende Zeiten und ich lächle vor mich hin.

Dann stellt sich das Operationsteam vor. Ich werde mit grünen Tüchern und Folien zugedeckt und beklebt, und der Bereich unter meiner linken Schulter großzügig desinfiziert. Am Oberschenkel erhalte ich einen elektrischen Pol angeklebt. Ich soll zur Seite schauen und dann bedeckt eines der Tücher auch Kopf und Gesicht. Ich höre wie das OP-Besteck vorbereitet wird und denk mir noch, hoffentlich vergessen sie nicht die Lokalanästhesie… da wird eine Spritze angekündigt.

Die Port Operation

Nach einer kurzen Einwirkzeit spüre ich wie das Skalpell angesetzt wird und einen kurzen Schmerz. Ich rufe: Halt! Ich spür noch was! Mir wird eine zweite Spritze verabreicht. Erneutes ansetzen und der Schmerz. Halt! Funktioniert noch immer nicht!!! Dritte Spritze… und endlich spüre ich nichts mehr.

Das heißt, keine Schmerzen. Ich spüre jedoch, dass da an der Haut gezogen wird. Strom kommt auch zum Einsatz und es pritzelt wie wenn Wasser auf heißes Fett trifft, aber es riecht nicht verbrannt. Ich merke wie Gewebe zur Seite geschoben wird, wie sich Instrumente tiefer tasten… Jetzt haben wir sie! Die Vene!

Die Frauenstimme zur Männerstimme: Halt, warte noch! Ich würde die Vene längs anschneiden, nicht quer… denn sie ist so zart, sonst durchtrennst du sie noch! Ich horche und spüre alarmiert nach dem was da geschieht. Nun soll der Schlauch in die Vene Richtung Herzen eingeführt werden. Mist, ich komme nur wenige Zentimeter hinein! Richtet den Draht her…

Im Vorfeld habe ich gelesen, dass eines der Hauptrisiken so einer Port-OP das unabsichtliche Durchstechen oder Durchtrennen der Vene sei. Ich bete innerlich, die OP möge gelingen!!!

Das Operationsteam lehnt sich intensiver auf mich drauf, die Abdeckung raubt mir immer mehr die Luft zum Atmen. Ich bitte um Luft und eine Schwester hebt die Plane von meinem Gesicht. Der Chirurg erklärt mir, dass er nun den Verlauf meiner Vene mit dem Draht ein wenig begradigen würde. Ich spüre etwas schieben… Dann wird der Schlauch entlang des Drahtes eingeführt. Katheter sitzt! Puh, Erleichterung.

Implantation des Port Systems

Nun muss noch die Portkammer (in der Größe eines 2-Eurostücks) eingesetzt und mit dem Katheter verbunden werden. Es wird auf mein Schlüsselbein gedrückt, geschoben, gedrückt, Platz geschaffen, für dieses Metallteil, das komplett neben der künftigen Narbe zwischen den Faszien unter die Haut gelegt wird. Schließlich folgen nicht wenige Nähte. Gefühlt hätte ich gesagt, 10 cm Hautnaht über Eck. Doch es ist nur ein einziger 4,5 Zentimeter langer Schnitt. Mir ist unerklärlich wie sie das Alles mit so wenig Arbeitsspielraum bewerkstelligen konnten.

Kaum ist die Naht geschlossen werden die angeklebten Folien und Tücher runtergerissen. Können Sie sich hinsetzen? Ja!? Stehen auch OK!? Dann gehen Sie mal wieder rüber. Ich steh noch leicht neben mir und setz mich im Vorraum auf ein Krankenbett. Mir ist schwindelig. 40 Minuten hat die Implantation gedauert. Es ist kurz vor 14 Uhr, und ich hab noch immer nichts gegessen oder getrunken.

Schaffen Sie es sich wieder anzuziehen? Ich torkel in die Umkleide. Bei der Anmeldung stehen eine Butterbreze und frischer Kräutertee für mich bereit.

In der Nacht träume ich, der Schlauch hätte sich von der Portkammer gelöst und schwimmt mit dem Blut richtung Herz und ich mache mir Gedanken, ob er hindurchschwimmen könnte oder darin feststecken oder meinen Herzschlag blockiert… Auch Tagsüber muss ich mich an diesen Fremdkörper in mir erst gewöhnen. Durch die OP bin ich auch erstmal zwei, drei Wochen in meiner Bewegungsfreiheit einseitig beeinträchtigt.

Ich und das schlimme Wort mit K

14.

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