Nebenwirkungen der Chemotherapie

Nebenwirkungen der Chemotherapie

Wie geht es mir jetzt sonst so zwischen den wöchentlichen Therapiesitzungen mit Paclitaxel und Carboplatin? Wie sieht es mit den Nebenwirkungen aus?

Innere Unruhe und Restless Legs

Da ich wegen meiner allergischen Reaktion auf Paclitaxel vor der Therapiesitzung hochdosiertes Kortison erhalte, bin ich die zwei Tage danach erst einmal wie aufgedreht. Leider vorallem Nachts. Ich spüre eine innere Unruhe, die mir den Schlaf raubt, garniert mit nervösen Zuckungen, besonders in den Beinen, den „Restless Legs“. Die abendliche Einnahme von Magnesium mildert die Symptome ein klein wenig ab.

Die „Fatigue“ – ein Erschöpfungszustand

War ich früher ein Mensch der vor Energie gesprüht hat, komme ich mir jetzt wie eine 80-jährige Seniorin vor. Ich mach mir was zum Frühstück, danach muss ich mich erstmal setzen. Ich hänge Wäsche auf – ist das anstrengend!!! Dann dachte ich, ok, viel Zeit zum Lesen!, und besorgte mir einige Bücher, von dick bis dünn, die ich schon immer mal lesen wollte. Doch nach zwei, drei Seiten fallen mir die Augen zu. Auch zu anstrengend!

Ich schaffe es gerade so, mit vielen Pausen und einem Mittagsschlaf, mein tägliches Leben zu bewältigen. Hatte ich zuvor nur Abenteuer und Herausforderungen im Kopf, muss ich mich jetzt richtig überwinden raus zu gehen. Doch die halbe Stunde Spazieren im Wald wird dann plötzlich doch zu einer vollen Stunde. Man möchte es nicht glauben, Bewegung hilft! Es heisst, Bewegung sei das beste Mittel gegen Fatigue.

Geschmacksveränderungen

Zum Glück funktioniert meine Verdauung ganz normal. Doch lästig sind die immer stärker werdenden Geschmacksveränderungen. Die Chemotherapeutika greifen insbesondere auch die Geschmacksknospen auf der Zunge und die Mundschleimhaut an. Dadurch entsteht ein metallischer Geschmack, der sich auf fast Alles überträgt. Besonders bei tierischem Eiweiß und süßenSpeisen. Das macht keinen Spaß! Auch Wasser, alle Getränke schmecken furchtbar. Ich muss mich zwingen trotzdem ausreichend zu trinken.

Trockene Schleimhäute

Seit Beginn der Therapie sind meine Nasenschleimhäute total ausgetrocknet und rissig. Das führt manchmal zu ganz leichten Nasenbluten. Ein wenig Linderung verschaffen Nasenöle (z.B. Gelositin), die wie ein Nasenspray funktionieren, und Inhalationen mit Wasserdampf.

Viscerale Bauchschmerzen

Durch die Therapie werden auch Schleimhautzellen der inneren Organe geschädigt. Ich habe ständig leichte Bauchschmerzen, manchmal Krämpfe, oder das Gefühl, jemand hätte mir in den Magen geboxt.

Optische Nebenwirkung: Haarverlust

Am Anfang dachte ich noch, dass ich das mit dem schleichenden Haarausfall einfach wegstecken könnte. Doch dieser Haarverlust ist nicht nur beim Blick in den Spiegel ein Syonym für und Erinnerung an diese Krankheit. Überall liegen Haarleichen. Am Boden, im Bett, in allen Klamotten… Es empfiehlt sich die Haare nicht allzu kurz zu schneiden, weil die ausfallenden Stoppel sonst furchtbar jucken und kratzen können. Übrigens fallen die Haare am ganzen Körper aus. Nur Augenbrauen und Wimpern habe ich, noch.

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