PACIFIC CREST TRAIL: einsames Abenteuer zu Zweit

PACIFIC CREST TRAIL: einsames Abenteuer zu Zweit

Wir sitzen im Bus und schauen auf die mit Windradfeldern überzogenen Hügel Kaliforniens. Im Hintergrund die Sierra Nevada. Da wollen wir hin. Mitten hinein, in die Einsamkeit dieser prachtvollen Berge. Weg von den rechtwinkeligen Straßenrastern und Fastfood-Restaurants, hinein in das Abenteuer wilder Natur.

Pacific Crest Trail: einsames Abenteuer zu Zweit

Der Pacific Crest Trail

Wir wollen das Kernstück des Pacific-Crest-Trails wandern, von den Riesenmammutbäumen im Sequoia National Park bis Tuolumne Meadows, zum berühmten Yosemite National Park. 260 Kilometer Richtung Norden, entlang des Hauptkammes der Sierra Nevada… Zu Zweit.

Lange bevor „Der große Trip – Wild“ mit Reese Witherspoon über die Begehung dieses Pacific Crest Trails 2014 in die Kinos kommt.

Wir hatten schon einige Fernwanderwege in Europa gemeistert. Den GR 20 durch Korsika und die Haute Randonnée Pyrénéenne (HRP) durch die Pyrenäen. Wir kennen uns daheim im Gebirge aus, sind passionierte Kletterer.

Nun wollten wir etwas noch Wilderes!

Der limitierende Faktor wird unsere Nahrung sein. Auf dieser Strecke gibt es ausschließlich Natur. Keine Hütten, keine Dörfer, keine Passstraßen. Wir müssen Alles selbst mitbringen und selbst in unseren Trekking-Rucksäcken schleppen. Sturmzelt, Schlafsäcke und Isoliermatten, Wechselkleidung, 1.Hilfe Material, Kochgeschirr und Fertigfutter. Das tragbare Gesamtgewicht würde uns somit circa 14 Tage Selbstversorgung erlauben.

Ich starre aus dem Fenster und überlege ob ich an Alles gedacht habe…

Pacific Crest Trail: einsames Abenteuer zu Zweit

In Orange Cove wuchten wir unsere schweren Rucksäcke auf die Straße und halten den Daumen in den staubigen Wind. Und wirklich hält kurze Zeit später ein nettes Paar auf dem Weg zu einem Sonntagsausflug in die Berge, und nimmt uns mit.

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Auf der 180, der Kings Canyon Road, fahren wir bald durch den wunderschönen Bergwald mit seinen vereinzelt stehenden Sequoia Riesenbäumen in die Berge hinein. Am Ende des Kings Canyon lassen uns unsere Fahrer an den Roaring River Falls aussteigen. Sie wünschen uns beeindruckt von unserem Vorhaben viel Glück…

Pacific Crest Trail: einsames Abenteuer zu Zweit

Ja, nun wird es ernst!

Hier oben gibt es in Cedar Grove einen großen Campingplatz und einige ausgeschilderte Wanderwege zu den umliegenden Wasserfällen.

Vom Roads End bei Kanawyer auf 1.536 Metern geht es zum Glück erst einmal recht eben dahin. Unsere Beine sind von der Fahrt noch ziemlich steif. Und an das Gewicht des Rucksacks muss ich mich erst auch noch gewöhnen. Mit weichen Knien stolpere ich Alex hinterher…

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Die Gegend ist wunderschön!

im Paradise Valley – ein erstes Paradies

Neben unserem Weg ins Paradise Valley stürzt der South Fork rauschend in etlichen Kaskaden über die ausgewaschenen rosa bis gelben Granitfelsen. Knorrige alte Bäume lassen zwischen ihren Wipfeln die Gipfel der umliegenden Dreitausender erahnen.

An den Mist Falls wird der Weg steiler. Für unsere erste Etappe haben wir uns 10 Kilometer und 500 Höhenmeter Aufstieg vorgenommen.

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Am Upper Paradise Valley Campground schlagen wir unser Zelt auf. Wir sind allein. Die Tagesausflügler drehen alle bei den Mist Falls wieder um.

Sobald ich den Rucksack abstelle meine ich um ein paar Zentimeter zu wachsen. Wir suchen uns ein wenig Brennholz, machen an der Feuerstelle ein kleines Feuer und kochen unsere erste Tütenmahlzeit. Sie schmeckt herrlich!

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Letzter Campground

Da hier noch ein ausgewiesener Campground ist können wir unsere Vorräte, Medikamente und Toilettenartikel in einer dort extra aufgestellten Bearbox, einer massiven Stahltruhe mit Deckel verschließen. Denn in der Sierra Nevada gibt es überall Bären. Und die sollen den Menschen nicht mit einer möglichen Nahrungsquelle in Verbindung bringen.

Noch brauchen wir ganz schön lange, bis wir uns für die Nacht eingerichtet haben und unser Gepäck sinnvoll verstaut haben. Dieses Sturmzelt ist ja gerade einmal 80 cm hoch, und bietet gerade so Platz für unsere zwei Isomatten nebeneinander.

Ein wundervoller Sternenhimmel breitet sich über uns aus, und eine himmlische Ruhe…

Fortsetzung:

Höhenkrank und Aufstieg zum Pinchot Pass

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