Wanderung auf Lanzarote: spannender Blick in zwei Vulkane

Wanderung auf Lanzarote: spannender Blick in zwei Vulkane

Berge ziehen mich magisch an, und hier auf Lanzarote, die Vulkane besonders. Direkt aus dem Erdinneren entstandene Gebilde! Bei ihrem Anblick kann man die ungeheure Kraft und Energie unseres Planeten spüren und erahnen. Jedoch dürfen die Vulkane, besonders die jüngeren Datums, nicht bestiegen werden. Im Timanfaya kann man sich lediglich im Rahmen einer Busfahrt näher an die Krater heranfahren lassen, darf aber leider nicht aussteigen. Auf dieser Wanderung jedoch, zu den Kratern der Caldera de los Cuervos und der Caldera Colorada am Rand des Nationalparks, kann man sich schon eine gute Vorstellung von der faszinierenden Kraft und Schönheit der Vulkane machen.

♥  Ausgangspunkt: Wander-Parkplatz an der LZ 56 bei La Geria (338m) 

♥  Dauer: ca. 3 Stunden

♥  Rundwanderung-Länge: 8 km 

♥  Höhenmeter: 150 m 

♥  max. Höhe: 459 m

♥  Anforderungen: Trittsicherheit 

♥  Einkehren: Nein! Getränk und Brotzeit mitnehmen

Vom Parkplatz auf der westlichen Seite der Straße nach Mancha Blanca, den wir auf der Fahrradtour durch die Feuerberge erreicht haben, führt ein breiter markierter Weg auf die Caldera de los Cuervos zu.

Wanderung auf Lanzarote: zum Kraterrand zweier Vulkane

Caldera de los Cuervos

Dieser Vulkan war der Erste, der im Jahre 1730 ausgebrochen war. Die Vulkane im Timanfaya Nationalpark, die Du rechterhand im Hintergrund sehen kannst, folgten dann während der 6 Jahre andauernden Periode intensiver Vulkantätigkeiten. Die Caldera Colorada, zu der wir im Anschluss wandern, war einer der letzten Vulkane die sich damals in die Landschaft ergossen.

An der Vulkanbasis angekommen geht es rechts weiter bis zu einem tiefen Einschnitt im Vulkankegel. Hier gelangst Du wie durch ein Tor ins Innere des Kraters. Rundherum der scharf bizarre Kraterrand. Das Vulkangestein leuchtet in schwefelgelben bis roten und schwarzen Farben. Wenn Du Dich in die Kratermitte stellst kannst Du mal hinunterfühlen, den verschütteten Lavaschlot unter deinen Füßen, durch den die ersten Lavabrocken herausgeschleudert wurden.

Wanderung auf Lanzarote: zum Kraterrand zweier Vulkane

Die Caldera de los Cuervos ist noch nicht soweit erodiert, eingebrochen oder vollgelaufen wie die älteren Vulkane. Man möchte sogar meinen, der Ausbruch läge nicht schon 300 Jahre zurück sondern wäre erst kürzlich erfolgt.

Wenn Du das Kraterinnere wieder verlässt, wendest Du Dich nach Links und umrundest nun den Vulkan gegen den Uhrzeigersinn, an seiner Basis entlang.

Wanderung auf Lanzarote: zum Kraterrand zweier Vulkane

Dicke Schlackestücke säumen den Weg. Teils kann man erstarrte Lavaströme erkennen. Oder Tunnels, durch die die Lava abgeflossen ist. An manchen Stellen ist der Auswurf wie mit einer glasigen Lasur versehen. An Vegetation gibt es lediglich Flechten, und ein paar wenige robuste Pflanzen wie Wolfsmilchgewächse oder Sukkulenten in diesem steinernen Meer. Alles beginnt mit diesen Flechten, die mit den widrigsten Bedingungen klarkommen und Bodenbildend für andere Pflanzen sind.

Wanderung auf Lanzarote: zum Kraterrand zweier Vulkane

Nach der Umrundung der Montana de los Cuervos folgst Du dem bekannten Weg zur Straße zurück. Auf der anderen Seite geht es nun weiter, erst ein Stück parrallel zur Straße Richtung Norden, dann zum Sockel der Montana Negra. Dieser schwarze ältere Vulkan steht nun im krassen Gegensatz zur Caldera Colorada, auf die Du nun zuläufst.

Der bunte Vulkan Caldera Colorada

Die Farben dieses farbenprächtigen Vulkans wechseln von Tiefschwarz über Braun- und  helle Beigetöne zu fast Feuerrot. An seiner Basis angekommen wendest Du Dich nach Rechts, und folgst dem Pfad um den Vulkan gegen den Uhrzeigersinn.

Wanderung auf Lanzarote: zum Kraterrand zweier Vulkane

Die Caldera Colorada hat damals besonders große Lavabrocken mit großem Druck ausgespuckt. Die flüssige Lava hat sich im Fliegen und Rotieren durch die Luft abgekühlt und zu runden Riesenmurmeln geformt. Die größte von ihnen ist die:

Bomba Volcanica Gigantesca

Diese Lavabombe ist gut 5 Meter hoch und rundherum ziemlich glatt. Ich habe überhaupt nicht nachgedacht. Sobald ich solch einen Boulder sehe, muss ich ihn anfassen. Und dann geht Alles wie automatisch, steige einfach ein bischen höher… und schon habe ich ihn erklettert. Erst oben wird mir bewusst, dass ich ja eigentlich noch unter meiner Ellenbogenluxation durch einen Unfall beim Bouldern leide. Beim Abstieg bin ich deshalb dann schon ziemlich nervös geworden…

Wanderung auf Lanzarote: zum Kraterrand zweier Vulkane

Hinter der Lavabombe steigt in einem Zickzack ein steiler schmaler Pfad an der feuerroten Vulkanflanke hinauf. Hier ist ein wenig Trittsicherheit gefordert! Wem das zu Anstrengend ist, kann die Caldera Colorada einfach an ihrer Basis auf dem bequemen markierten Weg umrunden.

Wanderung auf Lanzarote: zum Kraterrand zweier Vulkane

Am Kraterrand

Am Kraterrand angekommen hast Du einen fantastischen Blick: Vulkane über Vulkane reihen sich wie an einer Perlenkette im Süden wie im Norden! Vor Dir liegt der bis zum Rand mit bunten Lavamassen vollgelaufene Krater der Caldera Colorada, die nach Nordwesten hin wohl übergelaufen sein muss.

Wanderung auf Lanzarote: zum Kraterrand zweier Vulkane

Hinter Dir siehst Du über die Lavafelder bis fast nach Teguise. Und unter Dir kannst Du all den Auswurf mit der Bomba Volcanica liegen sehen. Hier oben empfiehlt es sich eine ausgiebige Rast einzulegen um das einzigartige Panorama zu genießen.

Wanderung auf Lanzarote: zum Kraterrand zweier Vulkane

Am Kraterrand geht es nun einen Viertelkreis im Uhrzeigersinn herum, nach Links Richtung Westen. Im Hintergrund die Vulkane des Timanfaya und die helle Erhebung der Caldera Blanca.

Am niederen Einschnitt beginnt der steile Abstiegspfad zum Weg hinunter. Dort links ein Stück an der Vulkanbasis entlang weiter, bis der Weg zurück, zum Parkplatz an der Montana de los Cuervo, nach rechts abzweigt.

Wanderung auf Lanzarote: zum Kraterrand zweier Vulkane

Unsere Geranien (Pelargonien) stammen ursprünglich aus Afrika und sind hier wildwachsend. Diese Pflanze habe ich an geschützter Stelle im Krater der Caldera de los Cuervos gefunden.

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