Kleine Zillertalrunde: Schneescharte und Gletscher

Kleine Zillertalrunde: Schneescharte und Gletscher

Abstecher vom Pfitscher Joch zur Schneescharte am Stampflkees und Abstieg zum Schlegeis Stausee.

♥  Start: Pfitscher Joch Haus, 2.276 m

♥  Ziel: Schlegeis Stausee, 1.800 m, Bus 4102 zum Bahnhof Mayrhofen

Dauer: 6 Stunden

♥  Wanderung-Länge: 10 km

♥  Höhenmeter: 650 m 

♥   max. Höhe: 2.860 m

♥  Anforderungen: Trittsicherheit, Orientierung, Ausdauer 

Einkehren und Übernachtung: Pfitscher Joch Haus, 2.276 m, Lavitzalm, 2.100 m

Abstecher vom Pfitscher Joch zur Schneescharte am Stampflkees

Im Westen des Pfitscher Joch erhebt sich der Bergstock von Hoher Wand und Schrammacher. Beeindruckend sind die Wassermassen, die ständig im Bett der ehemaligen Gletscherzunge herunterdonnern. Da muss ja noch einiges an Gletscher oben vorhanden sein, von dem man hier unten jedoch absolut nichts sieht. Das macht mich sehr neugierig.

Ich frage den Hüttenwirt, und der erzählt mir, dass dort hinauf eine hübsche Wanderung führt, zur Schneescharte. Also will ich da hinauf!

im Nebel zur Schneescharte

In der Früh liegt dicker Nebel um die Hütte am Pfitscher Joch. Ich wandere zur ehemaligen Grenzstation vor, bei der mir das Hinweisschild zur Schneescharte aufgefallen war.

Aufstieg zur Schneescharte

Grenzverlauf Italien Österreich

Ein deutlicher Pfad schlängelt sich den Wiesenhang hinauf. Er verläuft genau entlang der Grenze zwischen Österreich und Italien, so komme ich immer wieder an Grenzmarkierungen vorbei. Ansonsten ist der Pfad nur mit Steinmännchen markiert.

Nebelmeer über dem Pfitscher Joch

Und nicht nur die Landesgrenze verläuft hier den Berg hinauf zur Schneescharte, auch die Grenze zwischen Wolkenfront über Österreich und Sonne pur über Italien. So erlebe ich einen ständigen Wechsel zwischen Nebelsuppe und wunderschöner Szenerie über dem Wolkenmeer.

Suchen der Markierungen mit Steinmännchen

Je höher ich gelange, desto wilder wird die Umgebung. Ein Labyrinth aus zerborstenen Granitfelsen. Wenn die Nebelsuppe wieder überhand nimmt, muss ich richtig nach dem nächsten Steinmännchen suchen. Und ich vergewissere mich ständig mit einem Blick zurück der Rückzugsmöglichkeit, und versuche mir den Rückweg einzuprägen.

Labyrinth aus Granitfelsen zur Schneescharte

Der letzte Aufschwung verläuft zwischen der linken Randmöräne der ehemaligen Gletscherzunge und den Felswänden des Grawandkofel. Dann liegt der erste Gletschersee an der Schneescharte vor mir.

Gletschersee an der Schneescharte

Ich möchte jedoch noch näher an den Gletscher heran. Wer weiss, wann sich mir noch einmal die Gelegenheit bietet, und von den Gletschern mit der Klimaerwärmung noch etwas übrig ist.

Stampflkees Gletscher am Schrammacher

Kontakt mit dem Gletscher

Ich steige über die Randmoräne und dann liegt er vor mir: der Gletscher namens „Stampflkees“ zu Füßen des Schrammacher (3.410 m) mit dem zweiten Gletschersee. Was für ein seltsamer Name! Und wie auf Knopfdruck scheint auch ein bisschen Sonne.

Am Stampflkees Gletscher

Ein paar Meter von der Randmoräne entdecke ich in einem kleinen Geröllfeld zwei aufeinander liegende Granitquader, wie ein Aussichtsthron. Ich setze mich darauf und packe meine Brotzeit aus. Plötzlich gleitet der obere Granitquader ab und schmeisst mich und meinen Rucksack ab…. Ich bin sooooooo erschrocken!

Und „rette“ mich die Randmoräne hinauf. Was war da passiert? Anscheinend befand sich das Schotterfeld bereits auf dem Gletscher! Vielleicht ist ein Hohlraum unter dem Rand eingebrochen, und hat die Felsquader in Schieflage gebracht… Puhhhh, das war wohl eine Warnung – der kann wirklich tückisch sein, so ein Gletscher!!!!

An der Schneescharte

Ich steige noch entlang der Randmoräne vorsichtig bis fast zur Kante vor, wo die Schmelzwasser des Gletschers als Zamserbach ins Tal donnern. Dann geht es wieder zur Schneescharte zurück, und auf dem Aufstiegsweg zurück zum Pfitscher Joch.

Abstieg in den Zamsergrund

Abstieg vom Pfitscher Joch zum Schlegeis Stausee

Direkt an den ehemaligen Grenzhäuschen zweigt ein kleiner hübscher Pfad rechts von der Straße ab, und kürzt diese den Hang hinunter in den Zamsergrund ab.

durch den Zamsergrund entlang des Zamserbach

Dann geht es entlang der Schotterstraße recht eben bis zur Lavitzalm. Hier bietet sich nochmal die Möglichkeit zu einer urigen Einkehr.

von der Lavitzalm in den Zamsergrund

Ab der Lavitzalm führt ein wunderschöner Wanderweg, stets mit angenehmen Gefälle durch den Zamsergrund hinunter, stets begleitet vom Rauschen des helltürkisen Zamserbachs.

Unterschrammachbach Wasserfälle

Entlang der oberen linken Bergkante war ich ja tags zuvor über zahlreiche Bäche gestiegen, die jetzt aus der Pesrspektive im Talgrund als rauschende Wasserfälle hinunterdonnern.

Blick zurück in den Zamsergrund

Schließlich wird der Weg immer breiter und nähert sich wieder der „Zivilisation“. Am Zamsgatterl, einer kleinen Wirtschaft, links über die Brücke den Zamserbach queren, und dann entlang der Straße am Schlegeis Stausee bis fast zur Staumauer wandern, wo sich die Bushaltestelle befindet.

Kleine Zillertalrunde: zur Schneescharte und zum Schlegeis Stausee zurück

Kleine Zillertalrunde

Tag 1: vom Schlegeis Stausee zum Friesenberghaus und aufs Petersköpfl

Tag 2: vom Friesenberghaus auf den Hohen Riffler und zur Olpererhütte

Tag 3: von der Olpererhütte zum Pfitscher Joch Haus

Tag 4: vom Pfitscher Joch Haus zur Schneescharte und zurück zum Schlegeis Stausee

Wanderungen ohne Auto in der näheren Umgebung:

  1. Erste Frühjahrswanderung zu Hechtsee und Gießenbachklamm
  2. Durchquerung Zahmer Kaiser über die Pyramidenspitze
  3. Gamskogel, einsamer Gipfel im Wilder Kaiser-Tal
  4. mit leichter Kletterei: zur Teufelskanzel am zahmen Kaiser

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