Wanderung mit leichter Kletterei: zur Teufelskanzel am zahmen Kaiser

Wanderung mit leichter Kletterei: zur Teufelskanzel am zahmen Kaiser

Die sagenumwobene versteckte Teufelskanzel (802 m) über der steilen Nordwand des zahmen Kaisers wartet mit leichter Kletterei zum Gipfel und einem herrlichen Panorama auf. Dieser Rundweg von Kufstein über die Stiegen an der Tischofer Höhle ins Kaisertal ist besonders im Frühjahr zu empfehlen, wenn auf den Gipfeln noch zuviel Schnee liegt.

♥   Start- und Zielbahnhof: Bahnhof Kufstein 500 m  

♥  Dauer: 4 Stunden  

♥  Rundwanderung-Länge: 13 km 3

♥  Höhenmeter: 500 m 

♥   max. Höhe: ca. 850 m  

♥  Anforderungen: Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, bei Besteigung der Teufelskanzel Klettern im Grad UIAA 2

Einkehren: 3 Hütten

Vom Bahnhof Kufstein über die Innbrücke und geradeaus weiter über den Stadtplatz. Hier bieten sich schon schöne Perspektiven auf die Burg und die malerische Innenstadt Kufsteins. Immer geradeaus Richtung Osten bleiben, durch die Georg-Pirmoserstraße und die Kienbergstraße bis zu einer kleinen, etwas versteckten Kapelle linkerhand. Rechts davon bringt Dich ein Pfad zum Denkmal des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer hinauf.

Wanderung mit leichter Kletterei: zur Teufelskanzel am zahmen Kaiser

Von dem kleinen Hügel hast Du einen tollen Blick auf die Stadt Kufstein und ins Inntal hinein. Auf der anderen Seite führt der Pfad in einem Bogen wieder hinunter und zum Hochwandweg. Diesem folgst Du ein Stück nach Norden bis rechts der Wanderweg „Hörfarterweg“ Richtung Vorder/Hinterdux abzweigt. Der breite Weg führt, rechts weiter in einigen Serpentinen den Berghang hinauf zum Vorderduxer Hof. Nun dem Weg zum Duxer Köpfl folgen. Die Kanzel an der kleinen Marienkapelle bietet einen überraschend schönen Blick auf Kufstein, den Pendling gegenüber und das Inntal hinunter.

Wanderung mit leichter Kletterei: zur Teufelskanzel am zahmen Kaiser

Ein hübscher Pfad bringt Dich von der Aussicht über die Musikantenkapelle am Bergrücken entlang zu den Almen am Hinterduxer Hof. Dort steht ein eigenwilliger Schilderbaum mit etlichen Wanderschuhen behängt. Hinter dem Gasthof geht es weiter, leider auf der Teerstraße, über den Sattel und ein Stück bergab bis zu einer deutlichen Kurve.

Schneerosen auf dem Weg zur Teufelskanzel Kufstein

An der Kurve geht es auf einem Wanderweg geradeaus weiter Richtung Osten zur Dickichtkapelle. An den Waldhängen blühen hier im Frühjahr Tausende Schneerosen. An der kleinen Kapelle mitten im Wald biege ich nun in den wieder westwärts den Hang querenden Wanderweg. Hier hat der Sturm zahlreiche Bäume entwurzelt. Es ist ein regelrechter Hindernisparcours.

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Kaiserbachklamm

Sobald der Weg zur Forststraße wird, zweigt rechts ein Pfad Richtung Norden ab, der bald auf den Steig zur Tischofer Höhle trifft. Diesem rechts am Steilhang entlang bis zu einer Schotterrinne folgen.

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Eine Treppenanlage aus Holz führt nun steil in die tiefe Kaiserbachklamm. Unten geht es über eine schmale Betonbrücke mit nur einseitigem Geländer über den tosenden Wildbach. Da sollte man schon schwindelfrei sein!

Wanderung mit leichter Kletterei: zur Teufelskanzel am zahmen Kaiser

Auf der anderen Seite des Kaiserbachs steigst Du erst einige Stahltreppen hinauf, dann etliche Serpentinen. Dabei hast Du stets schöne Einblicke in die Schlucht. Auf halber Höhe kommst Du zur Abzweigung

Tischofer Höhle.

Die solltest Du Dir keinesfalls entgehen lassen! Es ist nur ein kurzes ebenes Stück bis zu dieser gewaltigen Halbhöhle, die bereits vor über 37.000 Jahren von Menschen bewohnt wurde. Und nicht nur das. Auch Höhlen-Hyänen, Höhlen-Löwen, Wölfe, Steinböcke und Rentiere haben in ihr gehaust, wie Knochenfunde bezeugen.

von Riesen und Höhlenbären

Beliebt war sie auch unter den Höhlenbären. Man fand bei den Ausgrabungen Knochen von 380 unterschiedlichen Exemplaren!

Doch das Kurioseste war ein 6 kg schwerer Knochen, der schon 1607 in der Tischofer Höhle gefunden wurde und den Erzherzog Maximilian erhielt. Er wurde einem RIESEN zugeschrieben. Solche Funde führten natürlich zu allerlei Spekulationen, aus denen Sagen wurden:

Tischofer Höhle im Kaisertal von Riesen und Höhlenbären

Die Sage vom unglücklichen Riesen

Einst lebte im Kaisertal ein gewaltiger Riese. Er bewohnte die große Tischofer Höhle und hatte sich in der benachbarten Hyänenhöhle einen Ofen gebaut um es in den kalten Wintern wohlig warm zu haben.

Doch der Riese war einsam. Er sehnte sich nach einer Gefährtin. Also richtete er die Höhle hübsch wohnlich ein, damit es seiner Zukünftigen bei ihm gefallen möge, und machte sich auf die Suche nach ihr.

Aber soweit er auch im Bayerischen oder Tirolerischen Umland suchte, ihm begegnete keine Riesin. Traurig wanderte er wieder zurück ins Kaisertal, wo bereits der Winter Einzug hielt.

Inzwischen hatten jedoch Höhlenbären die Höhle entdeckt und machten es sich sowohl in der Tischofer Höhle als auch in der Ofenhöhle bequem. Als nun der Riese heimkehrte, riss er ein paar mächtige Bäume aus und schürte mit denen sogleich seinen Ofen ein um es wenigstens warm zu haben.

Da stoben vor Schreck die Höhlenbären heraus, die der Riese für Riesenmäuse hielt. Ihm graute ein wenig vor ihnen, sodass er zurückwich, den Halt am steilen Abhang verlor und in die Kaiserbachschlucht stürzte.

Seitdem hat man nie wieder etwas von Riesen gehört..

Augenscheinlich wurde die Hyänenhöhle auch wirklich als Ofen genutzt: In der Bronzezeit um 1.800 vor Chr. wurden hier bronzene Beile gegossen.

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Nach deinem Besuch der Tischofer Höhle kehrst Du zum Hauptweg aus der Schlucht zurück und wanderst diesen weiter bergauf bis zum breiten Kaisertal-Weg. Auf diesem geht es rechts weiter ins Kaisertal hinein bis zum Veitenhof. Dahinter lugen bereits die hohen Gipfel des Wilden Kaisers hervor

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Geheimweg zur Teufelskanzel

Der aufgelassene Pfad zur Teufelskanzel beginnt gleich hinter dem Gasthaus Veitenhof: Kurz vor der Kurve führen vom Kaisertalweg Pfadspuren nordwärts den Wiesenhang hinauf. Es geht in den Wald, an einer Futterkrippe vorbei, nun schräg nordwestwärts haltend hinauf bis zu einem markanten Steinmännchen. Von dem aus siehst Du eine Felswand leicht unterhalb, an der rote Wegmarkierungen zu finden sind. Dort vorbei und auf deutlicherem Pfad in bleibender Richtung immer höher queren, dem Hang schließlich wieder nordwärts folgen.

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Am Sattel zwischen den Muggeln wieder westlich weiter (rote Markierung am Stein), um den linken Muggel herum, und dann siehst Du sie schon etwas unterhalb vor Dir liegen: die Teufelskanzel!

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Kletterei auf die Teufelskanzel

Die Felsnadel der Teufelskanzel ragt hier 20 Meter aus dem Bergrücken empor, fällt aber nach Norden über 100 Meter senkrecht in die Tiefe ab. Eine Kaminartige Verschneidung am Rücken der Teufelskanzel erlaubt es diesen Felsen in leichter Kletterei zu besteigen. Ein blaues Kletterseil begleitet den Aufstieg (ca. zwei Jahre alt). Aber es muss nicht unbedingt verwendet werden. Es gibt genügend gute Griffe und Tritte um auch ohne die Hilfe des Seiles gut hinauf zu kommen. Jedoch ist es schon Kletterei im II. Grad (UIAA). Auch auf brüchige Stellen ist zu achten!

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Zur Belohnung fühlt man sich dann oben wie in einem Adlernest. Aus einem Polster von Wacholder und Erika schweift der Blick über die nördlichen Voralpengipfel, nur der Lärm von Autobahn und Schotterwerk stört das Idyll.

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Die Sage vom Teufel auf der Teufelskanzel

Einst saß der Teufel oben auf der Sparchen-Felswand um die Bewohner des Inntals mit großen Versprechungen in seinen Bann zu ziehen. Er versprach jedem großartige Dinge wenn er ihm nur seine Seele vermachte.

Doch da waren viele Zweifler. Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen sprach da der Teufel: Alles was ich euch da sage ist wahr sowie ich hier diesen Felsen mit einem Hieb hinunterbrechen werde!

Aber auch nach dem zweiten Hieb stand der Felsen noch immer fest dort, und der Teufel floh vor Wut zwischen die hohen Wände des Wilden Kaisers. An der Teufelskanzel jedoch kann man heute noch die Einschnitte sehen, von den Hieben des Teufels…

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Abstieg:

Von der Teufelskanzel über den Aufstiegsweg wieder hinunterklettern, und wieder auf dem aufgelassenen Pfad zurück zum Veitenhof. Hier bietet es sich an einzukehren.

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Wanderst Du jedoch 10 Minuten weiter auf dem breiten bequemen Weg ins Kaisertal hinein, hast Du beim Pfandlhof ein noch schöneres Panorama auf die beeindruckenden Felswände des Wilden Kaisers.

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Der Rückweg verläuft auf dem beliebten Kaisertal-Weg hinunter bis zum Kaisertal-Parkplatz. In der letzten Kehre geht es übrigens links auf einem unscheinbaren Pfad in die Schlucht zur Geisterschmiedwand, einem anspruchsvollen Klettergebiet.

Unten an der Straße über die Kaiserbachbrücke und der Beschilderung Richtung Kaiserlift/Kufstein Zentrum folgen.

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Ab der Talstation des Kaiserlifts führt der Wanderweg am Fuße des Kienberges entlang bis zum Hügel mit dem Andreas-Hofer Denkmal. Von dort geradwegs zurück zum Bahnhof Kufstein.

Einkehren: Hinterduxer Hof , Veitenhof , Pfandlhof

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