Wanderung ohne Auto: Gipfeltraumtour über den Wendelstein

Wanderung ohne Auto: Gipfeltraumtour über den Wendelstein

Der Wendelstein ist neben der Zugspitze wohl der am meisten besuchte Berg der Bayerischen Alpen. Gehen ja eine Zahnradbahn von Norden, und eine Seilbahn von Süden her hinauf. So ist der Gipfel stets gefüllt mit Touristen aus aller Welt. Stimmen der Terminplan und die Ausdauer, so können Bergsteiger auch herrlich einsame Erlebnisse da oben genießen, wie ich an jenem Traumtag im August. Herrliches Rundum Panorama und spannende Wege auf der Überschreitung des Wendelstein von Ost nach West.

♥  Start: Bahnhof Brannenburg (473 m)

♥  Ziel: Bahnhof Fischbachau (754 m)

♥  Dauer: 9 Stunden reine Gehzeit

♥  Länge: 23 km

♥  Höhenmeter: 1.660 m

♥  max. Höhe: ca. 1.838 m

♥  Anforderungen: Trittsicherheit, Ausdauer!

Einkehren: 4 Hütten

Aufteilung der Tour in 1 1/2 Tage mit Übernachtung auf der Mitteralm (1.199m) empfohlen.

Von meiner Straße aus, da wo ich wohne, sieht man in der Ferne auf den Wendelstein, den König des Mangfallgebirges. Doch Könige sind immer gut besucht, und ich hingegen suche in den Bergen eher die Einsamkeit und Stille.

Da ich mir dieses Jahr jedoch die Querung der Deutschen Alpen vorgenommen habe, gehört das Wendelsteinmassiv da unbedingt mit hinein.

Start in Brannenburg

Start in Brannenburg am Kirchbach

Ich starte also vom Bahnhof Brannenburg: die Wendelsteinstraße hinauf bis zur Rosenheimer Straße, und am Kirchbach entlang weiter, über zwei Straßen, auf dem nördlichen Spazierweg. Am Ende des Weges links über den Bach und auf dem Wanderweg den Berg hinauf. Der Weg mündet in eine Straße, diese weiter hinauf, bis links der Schotterweg zur Breitenberghütte beginnt.

von Brannenburg zur Breitenberghütte und drei Linden

Über das schöne Almgelände, das von Kühen und Pferden begrast wird, zu den Drei Linden. Von den einstmals uralten mächtigen Linden ist leider nur noch eine übrig. Aber hier hast Du schon mal einen schönen Blick über das Inntal. Durch den Wald geht’s weiter zur Breitenberghütte. Für mich ist es zu Früh einzukehren, ich habe ja noch Einiges vor! Also lasse ich die Hütte links liegen und ziehe weiter bis zur Abzweigung nach Aipl.

Weg von den Breitenberghütte nach Aipl

Nach Aipl

Nur noch ein kurzes Stück auf dem Fahrweg durch den Wald. Dann, ab der Almfläche bei der Jagdhütte, von der aus Du einen ersten Blick auf den Wendelstein hast, wanderst Du auf einem sehr schönen schmalen Pfad wieder leicht bergab. Hier ist manchmal schon Trittsicherheit gefordert.

Weg von den Breitenberghütte nach Aipl

Der Pfad quert den steilen Berghang unterhalb der Salwand, die über den Baumwipfeln immer mal wieder zu sehen ist. Tief unten sind schon bald die Schienen der Zahnradbahn zu erkennen.

Zahnradbahn bei Aipl zum Wendelstein

Schließlich endet der Pfad abrupt vor dem Gleisbett. Die sonst eingleisige Strecke ist hier zweigleisig, damit die beiden Züge an einander vorbeifahren können. Vorsicht beim Überqueren der Gleise ist also in beide Richtungen angeraten. Ich hätte vor lauter Fotografieren beinahe den Gegenzug übersehen. Die Wendelsteinbahn ist übrigens die älteste aktive Zahnradbahn Bayerns, wurde 1912 eingeweiht und steht unter Denkmalschutz.

Weg von Aipl zur Mitteralm

Ein Stück weiter, hinter dem Bedarfshalt Aipl, quert der Weg gleich wieder die Bahnstrecke, und teilt sich dann zur Mitteralm in Sommer- und Winterweg. Der Sommerweg ist ein breiter und ziemlich steiler Fahrweg, der in einem Bogen entlang des Reindlerbachs zur Mailalm und dann links zur Mitteralm führt. Auf dem Winterweg querst Du unten den Bach, und steigst dann auf einem Pfad zur Mitteralm hinauf.

Mitteralm am Wendelstein

Mitteralm: der halbe Aufstieg ist geschafft

An der Mitteralm gönn ich mir eine Pause bei Kaffee und Kuchen. Jede halbe Stunde, wenn ein Zug der Zahnradbahn an der Mittelstation gegenüber hält, leert sich die Alm. Da die Überschreitung des Wendelstein wirklich lang ist und viel Ausdauer erfordert, könntest Du auch hier erst einmal übernachten, und den Gipfelanstieg auf den nächsten Tag verlegen.

von der Mitteralm am Wendelstein den Gleishang hinauf ins Gschwandt wandern

Nun geht es erst rechts der Gleise ein Stück hinauf, quert dann das Gleisbett um durch den idyllischen Wald am Rand des steilen Gleishanges zum Sattel zwischen Gleishangwand und dem imposanten Gschwandtpfeiler zu gelangen. Im Winter ist die Naturpiste vom Wendelstein zur Mitteralm durch das Gschwandt eine beliebte anspruchsvolle Tiefschneeabfahrt.

Im Gschwandt beim Aufstieg von der Mitteralm zur Soinalm

Die Szenerie im Gschwandtkessel ist wildromantisch. Rundherum ragen helle steile Felswände aus saftigem Grün empor. Wunderschön!

Wanderung ohne Auto: Gipfeltraumtour über den Wendelstein
Blick auf den Gschwandtpfeiler (links)

Zwischen Wilkinsonwand und Gschwandtpfeiler steigt der Pfad nun die Rinne hinauf und wendet sich dann nach links hinüber zur Soinalm.

Soinalm und Soinsee östlich des Wendelstein
Soinsee unterhalb der Seewand und Soinhütte unterhalb der Kesselwand

Murmeltiere an der Soinalm

Die Soinalm wird eingerahmt vom Wildalpjoch und Seewand im Süden, Kesselwand im Westen und Soinwand im Norden. Der Soinsee, ein kleiner moosgrüner See glitzert in der Senke. Da höre ich schrille Pfiffe, und sehe noch ein Fellbüschel in einem Steinhaufen unterhalb des Weges verschwinden. Ein Murmeltier!!!

Murmeltiere an der Soinalm

An den Felswänden der Soinwand trainieren die Gebirgsjäger den Einsatz in den Bergen und haben an der Soinhütte ihren Stützpunkt. Auch heute ist eine Gruppe dort zu sehen. Der Wanderweg verläuft direkt über die Hüttenterrasse, und geradeaus weiter Richtung Westen auf die Kesselwand zu.

Zum Gipfel der Kesselwand

Felsentor an der Kesselwand oberhalb der Soinalm

Oben an der Kesselwand fällt mir ein Felsentor auf. Ob ich wohl dahin gelangen könnte? Der Weg knickt nach links Richtung Süden ab, zum Sattel zwischen Lacherspitz und Kesselwand. Doch kurz vor dem Sattel zweigt rechts ein schmaler Pfad ab und quert unterhalb der Felsen Richtung Norden zum Soinwandsattel. Da wiederum beginnt, vor der Felskante scharf links abzweigend, der Steig zum Gipfel der Kesselwand, und führt direkt bei diesem Felsentor vorbei!

Am Gipfel der Kesselwand mit Blick hinüber zum Wendelstein

Für diesen Steig sind wirklich Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich, auch die Umsicht keine Steine von dem ganzen losen Material loszutreten.

Die Aussicht und das Ambiente am Gipfel sind fantastisch. Denn das Gipfelkreuz befindet sich auf einer überhängenden Felsnase!

Einkehren: Breitenberghütte (1.050m) , Mitteralm (1.199m) mit Übernachtung , Wendelsteinhaus (1.724m) , Kesselalm (1.279m)

Wanderung ohne Auto: Gipfeltraumtour über den Wendelstein

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