Wanderung ohne Auto: Überschreitung von Streicher und Rauschberg

Wanderung ohne Auto: Überschreitung von Streicher und Rauschberg

Wunderschöne Wanderung auf schmalen Steigen von Inzell über Streicher und Rauschberg nach Ruhpolding. Herrlicher Ausblick und spannende Wege. Leider am Rauschberg wegen der Seilbahn etwas überlaufen.

♥  Startbahnhof: Bahnhof Traunstein, dann Bus 9526 und 9506 bis Gasthof Schmelz 748 m

♥  Zielbahnhof: Bahnhof Ruhpolding

♥  Dauer: 7 Stunden

♥  Länge: 16 km

♥  Höhenmeter: 1.250 m

♥  max. Höhe: ca. 1.671 m

♥  Anforderungen: Trittsicherheit, Ausdauer

♥  Hütte: Ja

Vor dem Wanderparkplatz beim Gasthof Schmelz zweigt rechts ein Schotterweg ab, der erst zur Bundesstraße hoch und auf der anderen Seite etwas undeutlich weiter, durch eine Rodungszone, zur Fahmesbodenkapelle hinaufführt.

Fahmesbodenkapelle am Aufstieg zum Streicher

Über der kleinen Kapelle ist bereits das erste Gipfelziel zu sehen, der Streicher. Bei diesem Namen muss ich an die Figur des „Streicher“ aus dem Herrn der Ringe denken, dem künftigen Helden Aragorn. Und genauso wie ich mir die Wege des Waldläufers vorstellte, so entwickelt sich nun der hübsche Knappensteig zum Streicher hinauf: über Felsplatten, Stein- und Holzstufen, dicke Wurzeln und sogar teils seilversichert macht es Freude dem alten Bergarbeiter-Pfad durch die wildromantische Landschaft zu folgen.

Knappensteig zum Streicher

Einst lag hier die bedeutendste Blei- und Zinklagerstätte des gesamten bayerischen Alpenraums. Streicher und Rauschberg waren mit Stollen durchlöchert, die später jedoch gesprengt wurden.

Ausblick auf Zwiesel und Hochstaufen

Auf halber Höhe zeugt die „Sandreissen“ noch vom ehemaligen Bergbau, denn das Material dieses großen Schuttfeldes ist Gestein aus dem Bergwerk. Ab hier bietet sich bereits ein toller Ausblick ins Voralpenland und zu Zwiesel und Hochstaufen hinüber.

unter der Nordwand des Zenokopf

Zum Gipfel des Streicher

Über ein paar steile Felsstufen geht es in den imposanten Kessel unterhalb der Nordwand des Zenokopfes. Der Knappensteig verläuft nun rechts, seitlich der Schottermuren, und steigt in engen Serpentinen immer steiler durch die Latschen zum Sattel zwischen Zennokopf und Streicher empor.

Gipfel des Streicher mit Blick zum Rauschberg

In 5 Minuten ist nun der Gipfel des Streicher (1.594m), oder Inzeller Kienberges, über einen kurzen Pfad erreicht. Rundherum welch herrliches Panorama! Im Osten grüßen Hoher Göll, Watzmann und Hochkalter, im Süden das Sonntagshorn und dahinter die Hohen Tauern, im Westen das Kaisergebirge und viele Gipfel mehr.

Blick vom Gipfel des Streicher

Ich gönne mir hier eine lange Pause, denn ich ahne, dass es am nächsten Gipfel, dem Rauschberg, wohl nicht so ruhig und beschaulich sein wird.

Vom Streicher zum hinteren Rauschberg

Abstieg vom Streicher

Nachdem ich wieder zum Sattel abgestiegen bin, schlage ich nun den breiten Weg, südwestwärts entlang des Höhenrückens, an der Innzeller Skihütte vorbei ein. An der Kienbergalm teilt sich der Weg.

Aufstieg zum Rauschberg

Nun geht es rechts, gute 1 1/2 km leider auf der Alm-Schotterstraße, Richtung Rauschberg weiter. Immerhin in angenehmer sanfter Steigung. Je näher ich dem Rauschberg komme desto mehr Menschen begegnen mir. An der Rauschbergalm zweigt (rechts) wieder ein schöner schmaler Pfad zum hinteren Rauschberg ab. Steil geht es erst zu einem Aussichtspunkt nach Norden hinauf, und biegt dann rechts als Jägersteig durch die Latschen zum Gipfel des hinteren Rauschberg (1.671m) ab.

Ausblick vom hinteren Rauschberg
Blick vom Hinteren zum Vorderen Rauschberg

Das kleine Gipfelkreuz schaut kaum aus dem Latschenfeld heraus.

TIPP: Wenn Du trittsicher und schwindelfrei bist, kannst Du jenseits des Kreuzes noch ein paar Meter durch die Latschen an der Abbruchkante entlang zu einer schönen felsigen Stelle weitergehen. Hier war ich wieder völlig allein und hatte einen fantastischen Blick. Dieser Pfad führt auch wieder hinunter zum Aufstiegsweg.

Anschließend den Jägersteig bis zu dem Aussichtspunkt zurück wandern, und dann geradeaus weiter zum Vorderen Rauschberg.

Kunst am Vorderen Rauschberg

Adam's Hand am Rauschberg

Beim Blick zum Vorderen Rauschberg fallen die vielen Schotterstraßenkehren auf, und die riesige Skulptur einer Hand, unverkennbar die Hand Adams aus dem berühmten Deckenfresko Michelangelos „Die Erschaffung Adams“ aus der Sixtinischen Kapelle. Zwei Tonnen Eisen wurden hier vom Künstler Walter Angerer d. J. aus Bad Reichenhall in der 8,5 m hohen Skulptur verarbeitet.

Blick vom Rauschberg zu Watzmann und Hochkalter

Längs der breiten Schotterwege ist ein Erlebnispfad angelegt, der „Holzgeisterweg“, der die Themen Schutzwald, Totholz und Märchen interaktiv vermitteln will. Langsam leert sich der Vordere Rauschberg, denn die letzte Seilbahn fährt zu Tal. Ich kehre im Rauschberghaus ein, und erhalte noch ein Butterbrot. Die Küche hat schon zu.

Die Berge strahlen im späten goldenen Herbstlicht. Und plötzlich bin ich allein hier oben, und würde gerne noch länger genießen wollen, doch der Tag neigt sich dem Ende zu.

Abstieg

Vom Rauschberghaus ein Stück die Schotterstraße Richtung Osten wandern, dann geht es rechts entlang der ehemaligen Skipiste im Zickzack die Almwiese hinunter.

Abstieg vom Rauschberg

Der nette Pfad mündet in einen Schotterweg, der an der ehemaligen Liftstation vorbei, immer wieder links abgekürzt werden kann. Im Wald weiter, bis kurz vor der nächsten Linkskurve der wunderschöne Hutzenauersteig zur Talstation der Rauschbergbahn abzweigt. Alpine Erfahrung erforderlich!

Hutzenauersteig am Rauschberg

Der schmale Steig klettert teils ausgesetzt und seilversichert, längs der felsigen Rippen zur Westseite des Vorderen Rauschberg hinunter. Die untergehende Sonne lässt den bunten Bergwald und die Felszacken erglühen. An einem Gedenkkreuz lege ich nochmals eine Genuss-Pause ein mit wunderschönem Ausblick ins Tal.

Felsen und Schuttkegel am Rauschberg

Schließlich quert der Steig die Schuttkegel unter der Seilbahntrasse. Auch hier ist das Ambiente wildromantisch.

Im Buchenwald nun immer links halten und zum Parkplatz Ramsler hinunter wandern. Nun links die Bundesstraße entlang bis zur nächsten Kreuzung. Hier befindet sich die nächste Bushaltestelle „Ortnerhof/Campingplatz“ Bus 9506.

Einkehren: Rauschberghaus ,

Wanderung ohne Auto: Überschreitung von Streicher und Rauschberg

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