Wanderung ohne Auto: mystische Steine am Wildbarren

Wanderung ohne Auto: mystische Steine am Wildbarren

Schöne Wanderung auf den eher unscheinbaren Wildbarren von Oberaudorf aus. Dabei kommst Du beim Aufstieg am sagenumwobenen „Grauen Stein“ vorbei, kannst Höhlen erforschen, und hast am Gipfel einen fantastischen Blick in die Bergwelt. Der Abstieg verläuft nach Osten zum idyllischen Bichlersee mit Bademöglichkeit und Berggasthof.

♥  Start- und Zielbahnhof: Oberaudorf 482 m

♥  Dauer: 7 Stunden 

♥  Rundwanderung-Länge: 16 km

♥  Höhenmeter: 990 m

♥  max. Höhe: 1.448 m

♥  Anforderungen: Trittsicherheit

Einkehren: Berggasthof Bichlersee

Vom Bahnhof Oberaudorf geht es erst einmal die Reisacher Straße nach Norden, bis links der Schopperweg zur Rosenheimer Straße hinüberführt. Auf dieser nach Niederaudorf, über den Auerbach und links in die Tatzelwurmstraße.

Wanderung ohne Auto: mystische Steine am Wildbarren

Beim Lohbichlweg rechts der Beschilderung zum Grauen Stein folgen. Unten auf der Straße bleiben, dann rechts den Spazierweg weiter, bis es scharf rechts auf einem Schotterweg etwas steil den Berghang hinauf geht.

Aussichtspavillon am Wildbarren

Dieser anstrengende Schotterweg führt nach 750 Metern zu einem Aussichtspavillon hinauf. Hier hast Du normalerweise einen ersten wunderbaren Blick übers Inntal und zum Wilden Kaiser hinüber. Doch heute wabbert dicker Nebel über dem Tal.

Der sagenumwobene Graue Stein

Der Graue Stein am Wildbarren

Wir steigen vom Pavillion wieder etwas ab, dann geht der Weg als schmaler Pfad durch den schönen Mischwald weiter. Da erreiche ich eine kleine Schulter auf der direkt vor mir der Graue Stein liegt. Der Nebel, die Silhouetten der blätterlosen Bäume und die Herbstfarben tauchen den Platz in eine wunderbar magische Atmösphäre. Dieser Granitblock wurde einst vor 10.000 Jahren von den Gletschern der letzten Eiszeit aus dem Hochgebirge hierher transportiert und abgelegt. Schon den Kelten und Römern war dieser 25 Tonnen schwere Felsen aufgefallen, und seither ranken sich Sagen und Legenden um ihn und seine Herkunft.

Zaglach Almen

Nun führt der Weg fast horizontal zu den Almwiesen von Zaglach hinüber, und steigt diese dann hinauf, bis zu einem Forstweg. Diesem rechts hinauf in den Wald über einige Kehren folgen.

Sonne bricht durch den Nebel

Felix Alm

Langsam komme ich an die Nebelgrenze. Das Sonnenlicht zaubert Strahlenvorhänge in den Wald. Der Wanderweg zum Wildbarren quert nun als schmaler Pfad den steilen Berghang und erreicht die Felix Alm (1.060m).

Blick nach Süden von der Felix Alpe

Eine Waldschneise gibt den Blick auf das Wolkenmeer und die Bergspitzen nach Süden frei. Dann geht es hinter dem oberen Gebäude 250 Meter auf der Forststraße weiter, bis rechts der hübsche Steig zum oberen Holzplatz abzweigt. Noch immer ist der Wald sehr dicht, und versperrt die Sicht.

Aussicht zum Zahmen und Wilden Kaiser bis in die Tauern

Steil steigt der schmale Steig weiter hinauf, an ein paar Felsen vorbei. Da der Bergwald nun lichter wird, hat man immer wieder Ausblick über das Wolkenmeer zum Wilden und Zahmen Kaiser hinüber.

Wildbarren Höhle

Die Wildbarren Höhle

Auf ca. 1.400 Metern Höhe biegt der Pfad scharf nach links ab, und quert unterhalb des Gipfels des Wildbarren nach Süden. Hier liegt linker Hand des Weges an der Hälfte der Querung die Wildbarren Höhle. Da mich Höhlen magisch anziehen, möchte ich sie erkunden. Der Eingang ist ein Trichter im Boden, in den ich mich hinunterlasse.

Knochen in der Wildbarren Höhle

Dann geht es nur noch ein paar Meter horizontal weiter. Als ich auf den Boden leuchte, ist der mit Knochen übersäat. Sieht nach einer Raubtierhöhle aus… doch Raubtiere wie Wölfe oder Bären gibt es ja schon lange nicht mehr bei uns!? Sind das dann alte Knochen?

Gipfel Wildbarren Südseite

Tipp: Vor den letzten Metern des Aufstiegs zum Gipfel entlang des Südrücken des Wildbarren steige ich kurz am Grat bis zu einer Stelle mit herrlichem Ausblick ab. Hier könnte man übrigens auch wieder zum Holzplatz hinuntersteigen.

Gipfel des Wildbarren

Am Gipfel laden einige Sitzbalken zur Rast ein. Ich bin völlig allein. Die Aussicht ist fantastisch. Vorallem heute, mit dem wattigen Nebelmeer! Es verdeckt wunderbar die Flächenversiegelungen im Tal, doch vermag es leider nicht den Lärm der Autobahn zu dämpfen. Ich gönne mir eine ausgiebige Pause und genieße den Blick in die Weite, über Kaisergebirge, Kitzbüheler und Zillertaler Alpen, bis zu den Hohen Tauern. In der anderen Richtung schaust Du ins Alpenvorland hinaus.

Gipfel des Wildbarren

Seit 2015 befindet sich ein schönes großes Kreuz auf dem Wildbarren mit dem Wappen von Niederaudorf. Es zeigt ein Boot, das wohl die historische Innschifffahrt symbolisiert, und einen Drachen mit einem Messer. Nicht weit vom Wildbarren hauste ja der Drache Tatzelwurm. Und Schleifsteine aus dem Inntal wurden landesweit geschätzt.

Wanderung ohne Auto: mystische Steine am Wildbarren

Abstieg zum Bichlersee

Nach Westen folgt der Abstieg dem Bergrücken durch ein ehemaliges Windbruchgebiet. Links und rechts ragen noch silberne Baumskelette zwischen der neuen Vegetation in die Höhe. An der Nordseite liegt Schnee, und der Boden ist gefroren.

Dreifaltigkeitskapelle Wildbarren

Bevor es wieder in den Wald hinein geht steht rechts des Weges ein gemauerter Bildstock mit einer Türe: die kleine Dreifaltigkeitskapelle. Dann führt ein schmaler Wurzelpfad in etlichen Serpentinen steil bergab. Es ist ziemlich rutschig!

Aussichtskanzel mit mystischem Felsen

Aussichtskanzel mit mystischem Stein

Bei einer deutlichen Linkskehre zweigen rechts Pfadspuren zu einem wunderschönen Aussichtsplatz ab. Wie der letzte Zahn im Gebiss eines Stein-Riesen ragt hier ein Felsen in die Höhe. Rundherum Abgrund, und eine malerische Szenerie. Dieser Stein wird auch Dreifaltigkeitsfelsen genannt. Traust Du Dich hinauf!?

Wildbarren Nordseite

Der Steig klettert seitlich der Felsen noch etwas tiefer und schwenkt dann nach rechts unterhalb der Felswände zu einem Forstweg. Auf diesem Richtung Westen bis zu einer Kreuzung. Hier geradeaus zur Bichleralm.

Wanderung ohne Auto: mystische Steine am Wildbarren

Bichlersee

Unten am Waldrand scharf links auf dem Bichlerseesteig hinunter zum Bichlersee. Im Sommer kannst Du hier an diesem idyllischen Bergsee wunderbar baden.

Bichlersee

Vom Bichlersee auf der Forststraße am Wanderparkplatz vorbei nach Regau. Dort gibt es im Berggasthof Bichlersee Gelegenheit zur Einkehr.

Berggasthof Bichlersee

Ab hier folgen wir nun der selten befahrenen Teerstraße 2,5 km hinunter bis zu einer scharfen Rechtskurve. Hier geradeaus, dann links auf den Schotterweg, und diesem folgen bis er auf den Aufstiegsweg zum Grauen Stein trifft. Nun rechts hinunter, und auf bekanntem Weg zurück zum Bahnhof Oberaudorf.

Wildbarren von Oberaudorf aus

Einkehren: Berggasthof Bichlersee ,

Wanderung ohne Auto: mystische Steine am Wildbarren

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