Neufundland: Twillingate an der Iceberg Alley

Neufundland: Twillingate an der Iceberg Alley

Die Iceberg Alley ist eine Art Wasserstraße für Eisberge. Sie führt vom Nordpolarmeer nach Süden und endet vor der Küste Neufundlands. In den vielen Buchten in der Umgebung von Twillingate bleiben sehr viele der Eisberge hängen, laufen auf Grund und schmelzen dann langsam vor sich hin. Jahrtausendealtes Eis wird wieder zu Wasser. Auf Icebergfinder kann man nachschauen, wo die Eisberge gerade zu finden sind.

Neufundland: Twillingate an der Iceberg Alley

Wir waren ja schon vor ein paar Tagen wegen der Eisberge in Twillingate, doch war das Wetter so schlecht und die See so stürmisch, dass kein Schiff den Hafen verlassen wollte. Heute nun strahlt die Sonne von einem wolkenlosen Himmel und das Meer ist fast spiegelglatt.

Neufundland: Twillingate an der Iceberg Alley

Auf der Homepage von Twillingate-Adventure-Tours hatte ich gelesen, dass man während einer Eisberg-Bootstour meist auch unterschiedliche Wale beobachten könne. Wir sind schon sehr gespannt, was wir nun Alles erleben werden, träumen von springenden Orcas und winkenden Walflossen…

Neufundland: Twillingate an der Iceberg Alley

Die Eisberge vor Twillingate

Mit einem kleinen Ausflugsboot geht es hinaus aufs dunkelblaue Meer, näher an die eisigen Giganten heran, die schon von der Küste aus zu sehen waren. Je näher wir den Eisbergen kommen geraten wir mehr und mehr ins Staunen. Ihre Farbe ist keineswegs nur Weiß, ihr Farbspektrum reicht von Schneeweiß, über Türkis bis zu einem intensiv leuchtenden Blau, je nach den Druckverhältnissen ihrer Entstehung.

Neufundland: Twillingate an der Iceberg Alley

Auch der Formenreichtum ist unerschöpflich. Und da die Eisberge vor Twillingate ständig am Schmelzen sind, und so ständig ihre Form ändern, bekommt niemand davor oder danach denselben Eisberg zu sehen. Manche davon sind so groß wie Hochhäuser. Und dabei befindet sich ja der größte Teil dieser Eisberge, fast 90 %, unsichtbar unter Wasser! Nur ein Bruchteil ihrer gesamten Größe ragt aus dem Meer.

Neufundland: Twillingate an der Iceberg Alley

Wir passieren eine riesige kompakte Eisfläche, die nicht so hoch aus dem Wasser ragt. Unsere Boots-Begleiterin erzählt, dass Eisberge durch das Schmelzen aus dem Gleichgewicht kommen können, und dann mit viel Getöse umfallen und herumrollen, sodass die Unterseite zu oberst kommt, und der „Berg“ nach unten hängt. Das war am Vortag mit diesem Eisberg geschehen. Deshalb sollten Boote stets einen Sicherheitsabstand zu den Eisbergen einhalten. Die Strudel und Wellen, die durch das plötzliche Auseinanderbrechen oder Herumrollen von Eisbergen entstünden, könnten Boote leicht zum Kentern bringen.

Neufundland: Twillingate an der Iceberg Alley

Das berühmte Iceberg-Bier

Die Eisberge vor Twillingate sind Bruchstücke vom Grönlandeis. Das Eis aus dem sie bestehen, ist 10.000 bis 20.000 Jahre alt. Es ist gefrorenes Süßwasser. Und da es damals noch keine Luft- und Umweltverschmutzung gab, ist das Schmelzwasser der Eisberge das reinste Wasser, dass es auf der Erde gibt. Die Quidi Vidi Brewery sammelt gestrandetes Eisberg-Eis und verwendet das daraus geschmolzene besonders reine Wasser für ihr Iceberg-Bier. Es ist in hübschen blauen Flaschen abgefüllt und ein originelles und einzigartiges Mitbringsel! Daneben gibt es auch Iceberg-Vodka, Iceberg-Gin und Iceberg-Rum, alles ausschließlich auf Neufundland zu kaufen.

Keine Wale vor Neufundland

Doch Wale bekommen wir keinen Einzigen zu Gesicht. Wale folgen ihrer Nahrung, und an der Küste hier scheint es gerade keine passende zu geben. Wir sind etwas enttäuscht. Die Bootsbesitzerin rät uns es bei Whalewatching-Anbietern in Nova Scotia zu versuchen. Hm… das hatte ich nun nicht eingeplant. Wir gehen in Twillingate im Captain’s Pub zum Essen, einem Lokal mit WLAN. Wir versuchen herauszubekommen, wo die Chance besteht auf Wale zu treffen. Eine Dame von der Nationalpark-Verwaltung nimmt sich unseres Anliegens an, und meldet uns nach einer Stunde, dass in der Gegend von Ingonish am Cape Breton Walfamilien gesichtet worden seien. (Ein super Service!) Also nichts wie hin!

Neufundland: Twillingate an der Iceberg Alley

Nun gilt es noch die gebuchte Überfahrt auf der Fähre vorzuverlegen. Zum Glück bekommen wir noch Plätze, morgen! Puhh… Also schnell ins Auto, und die 625 Kilometer zum Fährhafen Port aux Basques zurückgelegt!

Mitten in der Nacht kommen wir am Campingplatz vom JT Cheeseman Provincial Park an, ein paar Kilometer vor Port aux Basques. Es regnet in Strömen. Da wir den Campingplatz von der Hinfahrt her kennen, stellen wir unser Zelt rasch neben dem Toilettengebäude auf.

Neufundland: Twillingate an der Iceberg Alley

Die magischen nordischen Landschaften Neufundlands haben mich tief berührt.

Am Morgen nieselt es noch leicht. Wir packen das nasse Zelt ins Auto und machen uns zum Hafen auf. Nun gilt es Abschied zu nehmen von Neufundland… ein überstürzter Abschied. Ich bin traurig. Der Nebel passt zur gedrückten Stimmung.

Whalewatching – Begegnung mit dem Minkwal

Mein Reisebericht:

  1. Halifax, Titanic und der Leuchtturm
  2. Cheticamp am Cape Breton Nationalpark
  3. Die Elche vom Cape Breton
  4. Eule, Wasserfall und Nebel
  5. Philosophie und Regen am Middle Head
  6. Fähre nach Neufundland
  7. Sonnenuntergang an der Bay of Islands
  8. Orcas und Frühstück am Strand
  9. unser Western-Brook-Pond Fjord Drama
  10. die einzigartige Mondlandschaft der Tablelands
  11. Felsformationen der Arches und Wanderung am Cow Head
  12. Gipfelglück mit Elchen am Gros Morne
  13. Crow Head und die ersten Eisberge
  14. die wilde Luxus- und Künstler-Insel Fogo Island
  15. Terra Nova – tolle Aussicht am Malady Head
  16. Terra Nova – die Giftpflanzen am Ochre Hill
  17. Ein Felsen für 70 Tausend Seevögel
  18. der Zauber von Avalon
  19. Twillingate an der Iceberg Alley
  20. Whalewatching – Begegnung mit dem Minkwal
  21. Von den letzten Indianern

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