Abenteuer Ägypten: Kairo, Stadt der Tausend Minarette

Abenteuer Ägypten: Kairo, Stadt der Tausend Minarette

In Kairo lassen wir uns am Midan el Ataba, dem Verkehrsknotenpunkt im Herzen Kairos absetzen. Chaos pur! Das muss man einmal erlebt haben! Und doch funktioniert das Chaos irgendwie. Wir lernen Vico kennen, einen Studenten der Semitischen Sprache, mit italienischen Urgroßeltern und einer französischen Exfrau. Der möchte uns das wahre Kairo zeigen, und wir lassen uns darauf ein.

mit Vico in einem urigen Kaffee in Kairo

Wir trinken erst einmal in einem typischen untouristischen urigen Café echten Ägyptischen Kaffee und Anistee. Dann führt uns Vico an der alten Stadtmauer vorbei fachmännisch durch die Al-Hakim-Moschee, erbaut 990 bis 1013, und auf fauligen Brettern durch stinkenden Grabenmorast zu den Toranlagen „Bab-Al-Futuh“ (von 1087). Wir besteigen den Torturm und haben einen schönen Blick auf Kairo und die Mamlukengräber.

Blick auf Kairo

Wir folgen Vico durch schmale Gassen und landen vor einer winzig kleinen Schneiderei, vollgestopft mit Stoffen. Das sei die Schneiderei seines Vaters. Von dem werden wir gleich zu einer Tasse Tee eingeladen und lauschen Vicos Witzen zum eintönigen Surren der Nähmaschine.

Chrissi und ich verabschieden uns, und wandern zum DAI zurück um uns für den Abend vorzubereiten. Vico möchte uns nämlich auch das Nachtleben Kairos zeigen.

Wir treffen uns im Nile-Hilton, wo wir im Foyer zufällig einer Märchenhochzeit im bombastischen Stil beiwohnen. Vico hat seinen Freund Ahmed mitgebracht, der uns später nach Heliopolis kutschiert. Doch in die erste Diskothek lässt uns der Türsteher schon mal gar nicht hinein. Dafür finden wir im „Baron“ ganz gute Musik und Stimmung, trinken Americano und Mangosaft zu gegrillten Crevetten, und tanzen bis die Beiden zudringlich werden.

Anschließend geht’s in den Bazar, in das älteste, sehr gemütliche Teehaus, wo wir bis 3 Uhr Nachts zwischen lauter Männern sitzen. Zurück am Deutschen Archäologischen Institut müssen wir den Hausdiener aus dem Schlaf klingeln, worüber der nicht gerade erbaut ist.

Moschee des Sultan an-Nasir Muhammad

Moscheen und Minarette von Kairo

Nach unserem nächtlichen Abenteuer trifft uns der Wecker um 8 Uhr wie ein Dampfhammer. Wir sind leicht verkatert. Zum Frühstück gibt es Melone und Tee.

Kairo gilt als die Stadt der Tausend Minarette. Also sollten auch deren Moscheen besichtigt werden:

Zitadelle von Saladin in Kairo

Wir beginnen mit der Zitadelle von Saladin, einem der Wahrzeichen von Kairo. Sie liegt auf einem kleinen Hügel und wurde im 12. Jahrhundert zum Schutz gegen die Kreuzritter erbaut.

Die Muhammad-Ali-Moschee in der Zitadelle

Die Muhammad-Ali-Moschee in der Zitadelle

Die Alabastermoschee in der Zitadelle wurde in den Jahren 1824 bis 1884 von Pascha Muhammad Ali im osmanischen Stil erbaut. In deren Hof fällt ein ungewöhnlicher Uhrturm auf. Diesen hatte der französische König Louis Philippe I. im Jahr 1846 Mohammed Ali als Gegengabe für den in Paris aufgestellten Obelisken von Luxor geschenkt. Die Uhren haben jedoch zum Ärger der Ägypter nie funktioniert, während der Obelisk noch heute den Mittelpunkt des Place de la Concorde bildet.

Muhammad-Ali-Moschee Kairo

Unterhalb der Zitadelle gefällt mir der Innenraum der Al-Rifai-Moschee, prunkvoll geschmückt mit Marmor, Zedernholz und Elfenbein, so wie man sich das in 1001 Nacht vorstellt.

Sultan-Hasan-Moschee Kairo

In der Sultan-Hasan-Moschee daneben beeindrucken die Stalaktiten-Gewölbe. Diese Moschee aus dem 14. Jahrhundert war seinerzeit die größte Moschee der Welt.

Al-Azhar-Moschee Kairo

Die Al-Azhar-Moschee wurde 970 bis 972 erbaut, und entwickelte sich ab 989 zu der heutzutage zweitältesten ununterbrochen betriebenen Universität der Welt (die älteste steht in Fès in Marokko).

Ibn-Tulun-Moschee in Kairo

Am meisten berührt mich jedoch die älteste Moschee Kairos, die Ibn-Tulun-Moschee, die von 876 bis 879 errichtet wurde. Sie ziert den Ägyptischen 5 Pfund-Geldschein. Der weite Hof ist fast menschenleer, die Sonne geht gerade unter und lässt das alte Gemäuer zartrosa strahlen.

Fortsetzung: Abenteuerliche nächtliche Zimmer-Suche

Mein Abenteuer auf einer Archäologischen Grabung in Ägypten

  1. Ägypten
  2. Auf nach Kairo!
  3. Die Pyramiden von Gizeh
  4. Grabanlagen in Memphis und Sakkara
  5. Kairo, Stadt der Tausend Minarette
  6. Abenteuerliche nächtliche Zimmer-Suche
  7. Die prachtvollen Tempel von Luxor
  8. Auf Eseln ins Tal der Könige
  9. erste Begegnungen mit Einheimischen
  10. auf Eseln durch Theben und ins Tal der Königinnen
  11. Ankunft im Grabungshaus auf Elephantine
  12. Erste Wanderung in die Wüste
  13. das Nachtleben in Assuan testen
  14. Einladung zu einem landestypischen Festessen
  15. wunderschöne Felukka Fahrt auf dem Nil
  16. unser Grabungsareal auf Elephantine
  17. Bestandsaufnahme unseres Areals
  18. Khuftis, die Grabungs-Arbeiter aus Khuft
  19. Ruhetag im Club Med
  20. Die erste Woche auf der Grabung
  21. Stille Verehrer
  22. Ausflug ins berühmte Old Cataract Hotel
  23. Grabungs-Funde brauchen viel Geduld
  24. Vitamin B, Hygiene und Stromausfall
  25. die Felsentempel von Abu Simbel
  26. Drei Vornamen bringen Respekt
  27. Altägyptische „Fakenews“ auf der Insel Sehel
  28. Arbeit und Party im Grabungshaus
  29. Schlange, Skorpion und Co.
  30. Die versunkene Insel Philae
  31. Ruderparty auf dem Nil
  32. ein Ende mit Schrecken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.